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Haas ohne Chance gegen Federer

Tommy Haas zog gegen Roger Federer den Kürzeren
Tommy Haas zog gegen Roger Federer den Kürzeren
Tommy Haas zog gegen Roger Federer den Kürzeren
© AFP
 
03.07.2009

Tommy Haas hat gekämpft, glänzend gespielt, 15. 000 Zuschauer begeistert und das bislang beste Wimbledon-Turnier seiner Karriere mit einer großartigen Leistung gekrönt - dennoch blieb ihm der Triumph versagt. Der 31-Jährige ist im Halbfinale der 123. All England Championships in Wimbledon ausgeschieden, aber es musste schon der beste Spieler der Geschichte kommen, um den bravourösen Siegeszug des Deutschen an der Church Road zu stoppen.

Haas unterlag dem fünfmaligen Wimbledon-Champion Roger Federer mit 6:7 (3:7), 5:7, 3:6 und verpasste es auch im vierten Anlauf, das Endspiel eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen. "Ich bin sehr stolz auf meine Leistung in den letzten Wochen", sagte Haas, der nach dem Match keinesfalls enttäuscht wirkte, "dieses Turnier war großartig für mich, ich könnte nicht glücklicher sein".

Im Endspiel am Sonntag (15.00 Uhr) gegen Andy Roddick (USA) greift Federer nun nach seinem sechsten Wimbledon-Titel und dem 15. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier überhaupt. Er kann damit einen neuen Rekord aufstellen und Rafael Nadal wieder als Nummer eins der Weltrangliste ablösen. Roddick beendete am Nachmittag die hochfliegenden Hoffnungen der Briten auf den ersten einheimischen Sieger seit 1936, als er Andy Murray mit 6:4, 4:6, 7:6 (9:7), 7:6 (7:5) stoppte. Der Texaner unterlag Federer bereits in den Finals 2004 und 2005.

Haas war er bereits dreimal (1999, 2002, 2007) bei den Australian Open im Halbfinale gescheitert. Er rückt durch seinen Erfolg an der Church Road in der neuen Weltrangliste ab Montag aber von Rang 34 auf einen Platz unter den Top 20 vor und ist damit wieder bester deutscher Spieler. "Das interessiert mich aber gar nicht mehr", sagte er, "das ist anderen Spielern sicher wichtiger".

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Federer: "Tommy war stark"

"Tommy war stark und ich bin sehr zufrieden damit, wie ich gespielt habe", sagte Federer, für den die Aussicht auf weitere Rekorde ein großer Anreiz ist: "Für mich ist das Finale eine große Chance, erneut Geschichte zu schreiben". Er hat zum 20. Mal in seiner Karriere ein Endspiel bei einem Major-Turnier erreicht und damit eine zusätzliche Bestleistung aufgestellt.

Haas hatte sich zwei Stunden vor dem bislang wohl bedeutendsten Spiel seiner Laufbahn mit dem deutschen Junior Alexandros Ferdinandos Georgoudas eingeschlagen. Als Haas und Federer um Punkt 13.00 Uhr Ortszeit den Centre Court betraten, waren die Ränge der jetzt 15.000 Zuschauer fassenden Arena bereits fast vollständig besetzt. Die Spannung und hohen Erwartungen waren aber auch vor dem Vergleich des großen Schweizers mit dem Veteranen aus Deutschland zu greifen.

"Ein Match gegen Roger auf dem Centre Court ist eine Belohnung für die viele Arbeit. Daran denkt man zurück, wenn man irgendwann mal seine Karriere beendet hat", sagte Haas. Bis dahin soll es aber noch lange dauern: "Natürlich komme ich im nächsten Jahr wieder."

Haas: "Ich hatte eine gute Strategie"

Erst zum dritten Mal in seiner langen Karriere durfte er auf dem berühmtesten Tennisplatz der Welt spielen, während Federer dort bereits allein sechs Endspiele bestritten hat. Von Nervosität war bei Haas aber nichts zu spüren. Das Selbstvertrauen aus den fünf vorherigen Siegen und dem Sieg beim Vorbereitungsturnier in Halle/Westfalen war tatsächlich groß. "Roger hat aber diesen Vorteil, dass er so erfahren in diesen Situationen ist, er trifft die richtigen Entscheidungen", sagte der Deutsche, "ich hatte eine gute Strategie, habe aber die wichtigen Punkte leider nicht gemacht. "

Haas servierte solide und sicher, so wie er es bereits während des ganzen Turniers getan hatte. Auch Federer ließ bei seinen eigenen Aufschlagspielen nichts zu. Also musste der Tiebreak im ersten Satz die Entscheidung bringen, und da zeigte sich die Extraklasse des 14-maligen Grand-Slam-Champions, der in kritischen Situationen eben noch ein Stückchen konzentrierter ist als seine Kontrahenten. Im zweiten Satz brachte ein Vorhandfehler von Haas das erste Break des Matches zum 5:7.

Wie stark die Moral und der Siegeswille von Haas war, zeigte sich auch im dritten Satz. Er gab trotz des aussichtslosen Rückstands nicht nach und hielt den Durchgang erneut offen. Erst beim Stand von 4:3 konnte Federer das vorentscheidende Break erspielen und schließlich nach 2:02 Stunden zum siebten Mal in Folge in das Wimbledon-Finale einziehen. Auch das ist übrigens Rekord.

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  ©  2009 SID, Neuss
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