VLN, 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen, 19.07.2008
Nachdem ein flammendes Inferno vor zwei Wochen das vordere Seat-Chassis samt Motorinlay vollkommen zerstört hat, betrat der Eschweiler Harald Hennes am letzten Race-Week-End ohne sein Dream-Team (Swen Landgraf, Thomas Gerling) den Nürburgring. Mit offenen Armen nahm das eigentliche Gegnerteam Power Racing von Bernd Schneider, den Spitzenfahrer der Seat Leon Supercopa-Klasse Harald Hennes (37), in sein Cockpit auf.
Und es ging ans Kräftemessen unter anderen Umständen: Mit ausnahmsweise 6 Stunden Distanz, typischem Eifelmischwetter und nur im Duett, stellen sich die Piloten Hennes und Schneider der Herausforderung in der "Grünen Hölle".
230 Teams traten zur Qualifikation und "nur" an die 210 in 28 Klassen schafften es zur Startaufstellung zur BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft um Punkt zwölf Uhr.
Der Seatpilot Hennes setzte sich zum Zeittraining hinters Steuer, ging gleich in Runde eins auf Erfolgskurs und holte sich die Pole in der Seat-Klasse.
Nichts Neues für den Eschweiler.
"Ich hab mich gleich wohl gefühlt im Fahrzeug." bestätigte der Polesetter.
Nach kleineren Modifikationen entschied das Team, Harald Hennes an den Start zu stellen. Dieser passierte noch auf feuchter Strecke mit Regengummi. Nach einem superstarken Start, konnte sich Hennes trotz enormen Verkehrsaufkommens auf seiner ersten Position (Seat) festsetzen und den Abstand zum Zweiplatzierten ausbauen. Die Strecke trocknete ab und das Team wechselte auf Slicks. Hennes blieb im Renner und führte weitere neun Runden, bevor er reibungslos an Teamchef Bernd Schneider übergab.
Nach erneuten neun Runden kam Schneider als Führender wieder in die Box und Hennes kletterte ins Cockpit.
Wieder Regen, wieder Regenreifen und raus.
Hennes raste während seines Turns nicht nur dem Zweitplatzierten seiner Klasse davon, sondern lies auch viele Schnelle einfach hinter sich. Im Klartext fuhr er in der Gesamtplatzierung von P32 auf P15.
Spannende Zweikämpfe an der Spitze der Seat Leon Supercopa-Klasse blieben aus, da mit ca. 5,5 Minuten Vorsprung von Hennes und Schneider auf den Zweiten nicht einmal Sichtkontakt bestand.
Klarer Klassensieg für das neue Siegerteam.
Der Eschweiler Harald Hennes steht somit alleine an der Tabellenspitze der
Seat- Langstrecken-Challenge
"Es war ein perfektes Wochenende mit einem lachenden und einem weinendem Auge. Ich finde es schade, dass es das Urgespann Gerling/Landgraf/Hennes vorläufig nicht mehr gibt. Wir waren ein tolles Team. Gefreut hab ich mich natürlich über das Ergebnis und vor allem, dass Thomas Gerling extra aus Osnabrück angereist war. Er hat außerdem vermittelt, dass ich im neuen Team weiterfahren konnte. Danke auch an das Racing Team Bonhorst, für die kollegiale Zusammenarbeit und die unkomplizierte Freigabe in ein anderes Team." so Harald Hennes nach dem Rennen.
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