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Kenneth Heyer: Ich hätte auch Profi-Fußballer werden können
11.06.2008
Kenneth Heyer (28, Mönchengladbach) bestreitet seine zweite Saison im ADAC GT Masters. Der Sohn von Fahrerlegende Hans Heyer unterstrich mit starken Leistungen bei den beiden ersten Wochenenden seine Titelambitionen in der "Liga der Traumwagen". Er teilt sich den Ford GT des Schweizer Teams Matech Concepts mit Marc Hennerici (26, Mayen), dem ehemaligen Tourenwagen-Weltmeister der Privatfahrer.

Sie haben an den ersten beiden Rennwochenenden des ADAC GT Masters einen Sieg und einen zweiten Platz geholt. Zufrieden?

Heyer: Ja, eigentlich schon. Leider hatten mein Partner Marc Hennerici und ich in den ersten Rennen auch Pech. In Oschersleben hat sich ein Lamborghini vor mir verschaltet und ich bin ihm aufs Heck gefahren, am Nürburgring bin ich beim Start abgeschossen worden. Aber unser Fahrerpaket stimmt, mit dem Ford GT haben wir ein schnelles Auto und unser Team Matech Concepts leistet hervorragende Arbeit. Wir wollen im Titelkampf mitreden.
Kenneth Heyer: Ich hätte auch Profi-Fußballer werden können © ADAC GT Masters
© ADAC GT Masters
Kenneth Heyer: Ich hätte auch Profi-Fußballer werden können © ADAC GT Masters
© ADAC GT Masters
Wie schätzen Sie das Niveau des ADAC GT Masters in dessen zweiter Saison ein?
Heyer: Die Serie entwickelt sich klar in die richtige Richtung. Die Autos und auch die Fahrer sind wirklich gut. Ich hätte in diesem Jahr auch in Belgien oder Großbritannien GT-Rennen fahren können, wollte aber unbedingt im ADAC GT Masters starten.

Sie fahren in diesem Jahr mit Marc Hennerici zusammen, der 2005 die Privatfahrer-Wertung der Tourenwagen-WM gewonnen und bisher nur wenig Sportwagen-Erfahrung hat. Wie klappt die Zusammenarbeit?
Heyer: Marc ist ein "Schneller Hund". Er hat sich ohne Probleme eingefügt. Ich kenne ihn schon länger. Wir haben uns im Fahrerlager oft unterhalten und er war mir von Anfang an sympathisch. Im Winter haben wir uns dann entschieden, zusammen im ADAC GT Masters zu fahren.

Wie stark schätzen Sie den Ford GT ein? Vor allem beim Auftakt in Oschersleben war das Auto überlegen.
Heyer: Ich denke, der Ford GT, der Ferrari und der Lamborghini sind die stärksten Autos im Feld. Ich wollte in diesem Jahr unbedingt eines dieser Fahrzeuge fahren. Die Dodge Viper, die ich 2007 steuerte, war viel weniger konkurrenzfähig. Sie hat ihre Leistung nicht auf die Straße bekommen. Der Porsche GT3 Cup S ist in der ersten Rennhälfte auch schnell, beansprucht auf die Distanz aber die Reifen stärker.

Ihr Vater Hans, der es in den Siebziger Jahren als Fahrer bis in die Formel 1 geschafft hat, hat früher im Fahrerlager einen Tiroler Hut getragen. Haben Sie auch ein Markenzeichen?
Heyer: Nein. Ich wollte ihn ja auch nicht kopieren. Ich habe jedoch sein Helmdesign übernommen und leicht modifiziert. Daran hänge ich und würde es jetzt auch für einen Sponsor nicht mehr ändern.

Abseits der Rennstrecke arbeiten Sie im Betrieb Ihres Vaters …
Heyer: Er ist zwar offiziell im Ruhestand, jedoch täglich zehn Stunden im Betrieb. Ich arbeite dort in der Firmenleitung und mache so ziemlich alles. Ich fahre mit dem Bagger auf der Baustelle oder sitze mit Anzug im Büro und führe Verhandlungen.

Sie haben als Jugendlicher lange erfolgreich Fußball gespielt und waren sogar Jugendnationalspieler. Warum dann der Wechsel auf die Rennstrecke?
Heyer: Mein Vater war anfangs dagegen, dass ich auch Rennen fahre, da zu seiner aktiven Zeit viele Fahrer tödlich verunglückt sind. Daher hat er mich als Kind zum Fußball gebracht. Ich war nie ein Riesentalent, habe aber vieles durch Biss und Ehrgeiz wieder wettgemacht. Vom Spielertyp war ich eher ein "Zerstörer". Dennoch hätte ich es vielleicht sogar bis in die Bundesliga schaffen können. Aber ich wollte mich als 20-Jähriger nicht irgendwo parken lassen und rumkommandiert werden. Daher habe ich aufgehört. Jetzt ärgere ich mich, dass ich nicht eher mit dem Rennsport angefangen habe.

Sie sind sicherlich im Moment auch im Fußballfieber. Haben Sie einen EM-Tipp?
Heyer: Ich hoffe natürlich, dass Deutschland es schafft. Aber ich schätze Portugal auch stark ein.

Das nächste Rennen des ADAC GT Masters ist auf dem Norisring. Das Wochenende ist sicher auch für Sie ein Highlight.
Heyer: Auf jeden Fall. Ich bin natürlich extrem vorbelastet, da mein Vater dort schon viele Rennen gewonnen hat. Von der ganzen Atmosphäre ist das Rennen ein absolutes Highlight. Allerdings kommt die Strecke eher Ferrari und Porsche entgegen, da dort überwiegend nur gebremst und beschleunigt wird.
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