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Jan Lammers: Wir Profis müssen ganz schön beißen
09.07.2008 |
Jan Lammers gehört zu den erfahrensten Rennfahrern der Welt. Der 52 Jahre alte Niederländer ist Formel 1 und IndyCar gefahren, hat die 24-Stunden-Rennen in Le Mans und Daytona gewonnen – jetzt startet der sympathische Lockenkopf mit einem Lamborghini Gallardo des Teams Flatex-Reiter im ADAC GT Masters und freut sich auf sein Heimrennen am 19./20. Juli in Assen.
Sie sind seit über 30 Jahren im Motorsport aktiv. Was hat sich verändert?
Lammers: Motorsport ist fast zum Breitensport geworden. Fast überall kann man Kart fahren und es gibt auch viele Breitensportserien, in denen man sich engagieren kann. Gleichzeitig ist das Fahren durch die technische Entwicklung der Autos in allen Bereichen einfacher geworden.
Liegen die Rundenzeiten der Amateure und Profis im ADAC GT Masters daher oft dicht beieinander?
Lammers: Ja. Ein ambitionierter Hobby-Rennfahrer kann mit einem GT3-Sportwagen sauschnell sein. Oft ist es nur eine halbe Sekunde pro Runde, die Amateur und Profi trennt. Für Rennprofis wie mich macht es das Kräftemessen mit den Amateuren im ADAC GT Masters natürlich nicht einfacher. Man muss ganz schön beißen, um sich zu behaupten. Aber das macht doch den Reiz aus. |
Das Zusammenspiel Profi und Amateur scheint also prima zu laufen ...
Lammers: Auf jeden Fall. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Serie ohne das Budget einiger Privatiers gar nicht existieren würde. Aber es geht nicht nur ums Geld. Großartig ist es anzusehen, wie ein Amateur ein gutes Ergebnis bejubeln kann. Als mein Partner Marius Ritskes und ich am Norisring zusammen auf Platz zwei gefahren sind, war er unglaublich euphorisch. Das hat mir mehr bedeutet als mancher Sieg.
Und der Profi muss ja nicht immer ein alter Hase wie Sie sein …
Richtig. Oft wird über einen finanzstarken Amateur der Einsatz junger Talente gefördert. Das finde ich toll.
Die Distanz der beiden Rennen eines ADAC GT Masters-Wochenendes beträgt eine Stunde. Ist das noch Langstrecke oder schon Sprint?
Lammers: Eher ein Sprint. Zeit zum Taktieren bleibt einfach nicht, zumal das Rennen durch den Pflichtstopp auch noch zweigeteilt ist. Jeder Fahrer sitzt nur eine halbe Stunde im Cockpit. Es gibt also auch keinen Grund, seine körperlichen Kräfte einzuteilen. Auch die Michelin-Reifen halten die Distanz klaglos durch.
Im ADAC GT Masters wird mehr überholt als in anderen Serien. Warum?
Lammers: Das hat viele Gründe. Die Bremspunkte liegen früher als bei leichteren Autos, die Aerodynamik ist nicht so ausgefeilt wie in der Formel 1 oder der DTM, außerdem spielen die verschiedenen GTs ihre Stärken in unterschiedlichen Bereichen aus. Ähnlich ist es bei den Fahrern. All das führt zu vielen Positionskämpfen – und das macht mit den Reiz des ADAC GT Masters aus. |
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