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EM 2008 - Die Schweiz auf EM-Mission

12.02.2008
EM 2008 - Die Schweiz auf EM-Mission © Castrol Deutschland
© Castrol Deutschland
Es würde der der talentierten Schweizer Mannschaft gar nicht mal schaden, sich bei der UEFA Euro 2008TM im Mannschaftsbus die mitreißende Folkballade „Perfect“ der Band Fairground Attraction anzuhören. Denn ihr Trainer Jakob Kuhn hat seiner Mannschaft ein einfaches und zugleich ehrgeiziges Ziel vorgegeben: „Perfekten Fußball spielen. Nichts anderes sollte unser Ziel sein.“

Doch hat Kuhn auch die Spieler dafür, um perfekten Fußball zu bieten? Vieles wird von der Form des Stürmers mit der Kapitänsbinde, Alexander Frei, abhängen, der mit 32 Toren in 56 Spielen eine spektakuläre Erfolgsquote vorweisen kann – nur noch drei Tore mehr und Frei wird als bester Schweizer Torjäger aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Sein 1,95 cm großer Sturmpartner, Marco Streller, war mit 11 Toren in 25 Spielen fast ebenso beständig in seiner Form. Kuhn wird allerdings darauf hoffen, dass Johan Vonlanthen – der jüngste Spieler, der je ein Tor bei einer Europameisterschaft geschossen hat (2004) – nach vier verschiedenen Vereinen in den vergangenen vier Jahren seine Anfangsform wiederfindet.

Der erfahrene Spielmacher Hakan Yakin – die 1 in Kuhns 4-3-1-2-System – ist nicht nur ein kreatives Genie, sondern auch ein zuverlässiger Torjäger und Vorbereiter. Er ist immerhin die Nummer 9 in der Castrol Performance Index-Rangliste der zehn besten Stürmer und liegt damit sogar noch vor so großen Namen wie Nicolas Anelka, David Villa und Frank Ribéry. Streller (15) und Vonlanthen (17) sind ebenfalls unter den besten 20 Stürmern im CPI vertreten. (Frei erholt sich gerade von einer Operation an der Hüfte.)


Im Mittelfeld wurde Tranquillo Barnetta, der 22-jährige Mittelfeldspieler, zur Wahl der besten Nachwuchsspieler der WM 2006 nominiert, obwohl er einer von drei Schweizer Spielern war, die im Elfmeterschießen gegen die Ukraine nicht trafen. (Barnetta ist derzeit im CPI mit Rang 13 als bestplatzierter Schweizer unter den besten Mittelfeldspieler vertreten.) Sven-Göran Eriksson zufolge ist der Mittelfeldspieler von Manchester City, Gelson Fernandes, „der beste Nachwuchsspieler der Schweiz“ und der unerschrockene Benjamin Huggel sorgt im zentralen Mittelfeld für Biss.

Erfahrung und Talent

In der Defensive kann Kuhn auf Erfahrung und Talent zurückgreifen. Zu den Routiniers gehören Torwart Pascal Zuberbühler (37), Patrick Müller – dessen Kreuzbandriss allerdings das EM-Aus bedeutete – und Ludovic Magnin, der im CPI auf dem höchsten Rang unter allen Schweizer Spielern geführt wird und derzeit viertbester Verteidiger aller qualifizierten Mannschaften ist. Zu diesen erfahrenen Spielern gesellen sich die beiden jungen Wilden von Arsenal, Philippe Senderos und Johan Djourou.

2006 spielten die Schweizer als erste Mannschaft bei einer WM-Endrunde in der gesamten regulären Spielzeit ohne Gegentor, und Kuhn hofft sicher, dass sein Team diesen Sommer hinten genau so sicher steht wie damals.

Der Trainer deutete außerdem an, dass zwei jungen Nachwuchstalenten – Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler (20) und Stürmer Julián Estéban (21), die Tür zur Nationalmannschaft weit offen steht. Der gebürtige Schweizer Mittelfeldspieler von Fiorentina, Zdravko Kuzmanović, der bei der U-21 für die Schweiz gespielt hatte, wäre wahrscheinlich auch in die Auswahl gekommen, wenn er sich nicht dafür entschieden hätte, bei der EM für Serbien zu spielen. Eren Derdiyok, der 19-jährige Stürmer, der bei der Europameisterschaft der U-21 im vergangenen Sommer sechs Tore in vier Spielen erzielte, hat ebenfalls die Gelegenheit, am 6. Februar gegen England zu überzeugen, während Frei sich noch von seiner Verletzung erholt.

Gute Ausgangsposition

Die Schweiz sollte, so Kuhn, auf keinen Fall absichtlich versuchen, das Spiel zu zerstören. Doch im wichtigen Eröffnungsspiel gegen die Tschechische Republik wird die Versuchung groß sein, auf Unentschieden zu spielen, denn er weiß, ein Sieg gegen die Türkei würde seiner Mannschaft eine gute Ausgangsposition (wenn auch deutlich hinter Gruppenfavorit Portugal) für die Runde der letzten Acht verschaffen. Beim letzten Aufeinandertreffen zwischen der Schweiz und der Türkei im WM-Ausscheidungsspiel 2006 aufeinandertrafen, kam es unter den Spielern beider Mannschaften zu einer Prügelei im Kabinengang. Kuhn aber meint beharrlich: „Wir sehen nicht zurück, sondern freuen uns auf die Begegnung und erwarten ein faires Heimspiel.“

Die Schweiz hat bisher nur einen internationalen Wettbewerb – die UEFA U-17-Fußball-Europameisterschaft 2002 – gewinnen können, doch die EM 2008 wird Kuhns dritter großer Wettbewerb in Folge mit der Nationalmannschaft sein, und wäre die Schweiz nicht Mitgastgeber der EM, hätte sich die Mannschaft wahrscheinlich nicht qualifiziert. Nach einem relativ zahmen Unentschieden liegt den Schweizern nichts so fern wie die Hoffnung auf einen Einzug ins Viertelfinale. Alles andere wäre, in den Worten von Kuhn und Fairground Attraction, nahezu „perfekt“.
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