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Spielabbruch wegen Rassismus nun möglich |
| Kämpft gegen Rassismus im Stadion: Michel Platini © AFP | 02.07.2009
Mit sofortiger Wirkung können Fußballspiele auf europäischer Ebene wegen schwerwiegender rassistischer Vorfälle im Stadion vom Schiedsrichter abgebrochen werden. Auf diese Bevollmächtigung für die Unparteiischen einigte sich das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) auf seiner zweitägigen Sitzung in der litauischen Hauptstadt Vilnius.
Exekutiv-Komitee verabschiedet Drei-Stufen-Plan
Das Gremium unter der Leitung von UEFA-Präsident Michel Platini verabschiedete einen Drei-Stufen-Plan zur Bestrafung schwerwiegender rassistischer Äußerungen durch Gesänge, Beleidigungen, Zwischenrufe oder auch Spruchbänder. Im ersten Schritt soll der Schiedsrichter das betreffende Spiel in einem der UEFA-Wettbewerbe unterbrechen und die Zuschauer durch eine Stadionansage nachdrücklich dazu auffordern lassen, umgehend mit dem rassistischen Verhalten aufzuhören.
Sollte diese Maßnahme wirkungslos bleiben, soll anschließend eine weitere Unterbrechung von fünf bis zehn Minuten erfolgen, in der die Mannschaften vom Schiedsrichter in die Kabinen geschickt werden sollen. Während dieser Unterbrechung soll durch Stadiondurchsagen und Ordnungskräfte weiter deeskalierend auf die Fans eingewirkt werden. Sollte auch das nach Wiederaufnahme der Partie wirkungslos bleiben und die rassistischen Äußerungen fortgeführt werden, ist der Schiedsrichter ab sofort gehalten, die Partie abzubrechen.
Unterstützung durch DFB-Präsident Zwanziger
DFB-Präsident Theo Zwanziger, der als Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees an der Sitzung teilnahm, unterstütze den Antrag gegen Rassismus in den Stadien nachhaltig: "Ich bin froh, dass Präsident Michel Platini auch in dieser für einen werteorientierten Sport so wichtigen Frage klar Flagge zeigt. Nur so handeln wir glaubwürdig und werden die wirklichen Fußballfans in den Stadien Europas dazu gewinnen, nicht wegzuschauen, sondern den Kampf gegen Diskriminierung auf allen Ebenen mit uns zu führen."
Auf der Sitzung des DFB-Präsidiums am Freitag will er den für die Schiedsrichter zuständigen Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch über den Beschluss informieren und ihn bitten, "die Zielsetzung in unserem Verantwortungsbereich konsequent umzusetzen".
Neue Europa League mit fünf Offiziellen
Zudem beschloss das Exekutivkomitee, in der Europa League ab dem 17. September fünf Offizielle einzusetzen. Neben dem Referee und den Assistenten an der Seitenlinie soll hinter den Toren jeweils ein weiterer Assistent sitzen, der den Hauptschiedsrichter über strittige Szenen im Strafraum informiert. Das System war bei der Qualifikation zur U19-EM getestet worden.
"Es wurde entschieden, dass die Tests bei einem großen Wettbewerb weitergehen sollen. Die Europa League ist dafür prädestiniert", sagte Platini.
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